Tagestipps im Radio

Tagestipps

Sonntag 18:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Nachspiel

Ihr wolltet das doch so Die Geschichte eines Turnermädchens in der DDR Von Alexa Hennings Ihr habt doch alles genommen, was ihr kriegen konntet. Ihr wolltet das doch! Kerstin P., eine ehemalige Turnerin vom SC Empor Rostock, erntete bisher eher Vorwürfe als Mitgefühl für ihre Geschichte. Seit ihrem zwölften Lebensjahr bekam sie das Dopingmittel Oral Turinabol - ohne dass sie oder ihre Eltern darüber aufgeklärt wurden. Das Mittel sorgte dafür, dass sich schon Kinder bis über ihre Schmerzgrenze hinaus belasten konnten, früher Verschleiß war die Folge. Mit fünfzehn schon hatte die Turnerin ihre erste Gelenkoperation, weitere folgten. Bis heute. Deshalb war der 1. Februar 2020 ein großer Tag in ihrem Leben. Zum ersten Mal bestätigte ein deutsches Gericht in letzter Instanz: Das Doping an Kindern und Jugendlichen in der DDR war rechtsstaatswidrig. Durch den Prozess ist es nun möglich, dass Sportgeschädigte erstmals eine dauerhafte Unterstützung bekommen können. Das Bedürfnis, über ihre Geschichte und das Warum mit ihren Trainern zu reden, wird weiter ungestillt bleiben. Doch einer alten Erzieherin aus dem Internat kann sich das Turnermädchen von einst anvertrauen.

Sonntag 18:20 Uhr SWR2

SWR2 Hörspiel am Sonntag

Die Wellen Ein Spiel für Stimmen Nach dem gleichnamigen Roman von Virginia Woolf Aus dem Englischen von Marlys und Herbert E. Herlitschka Mit: Gustl Halenke, Solveig Thomas, Henny Schneider-Wenzel, Gert Westphal, Pinkas Braun, Wolfgang Büttner, Walter Hilsbecher Musik: Peter Zwetkoff Hörspielbearbeitung:?Walter Hilsbecher Regie:? Bernhard Rübenach (Produktion: SWR/WDR 1962) Im letzten ihrer großen experimentellen Romane lässt Virginia Woolf die äußere Handlung zugunsten der Innenansicht ihrer Figuren zurücktreten. In deren poetischen inneren Monologen sind Empfindungen, Gedachtes und Vorgestelltes traumartig miteinander verbunden. Drei Männer und drei Frauen sind seit der Kindheit miteinander befreundet. Einen Bruch in ihrem Leben markiert der frühe Tod des Freundes Percival. Die Endlichkeit des Lebens und die Definition des Selbst in Abgrenzung zu anderen sind zentrale Motive in "Die Wellen".

Sonntag 18:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Hörspiel

Theatertier, das ich bin Solo mit dem Schauspieler Jürgen Holtz Von Klaudia Ruschkowski Regie: Giuseppe Maio Ton und Technik: Thomas Monnerjahn, Jan Fraune Produktion: Deutschlandfunk Kultur 2018 Länge: 86"30 Jürgen Holtz blickt in Gesprächen auf ein Leben in drei deutschen Staaten zurück. Beispielhafte Texte beleuchten die Arbeit des Schauspielers und Künstlers mit prominenten Autoren und Regisseuren. Er ist Schauspieler, Zeichner, Maler, und er schreibt: Jürgen Holtz. Seit den 1960er-Jahren arbeitet er mit wegweisenden Regisseuren, bis 1983 in der DDR, anschließend in der Bundesrepublik. Als genauer Beobachter der Zeitläufe hat er viel zu erzählen, scharf und pointiert, unter verschiedenen Blickwinkeln: über seine Ost-West-Biografie, das Theater und das Schauspieler-Sein, über Sprache und sein Spiel, das im Studio in szenischen Auszügen und in von ihm verfassten Texten hörbar wird. Jürgen Holtz in einer Selbstbegegnung. Jürgen Holtz, 1932 in Berlin geboren und 2020 ebenda gestorben, zählt zu den bedeutenden Schauspielern der Gegenwart. Er studierte am Theaterinstitut Weimar und an der Theaterhochschule Leipzig. Nach Engagements in Erfurt, Brandenburg an der Havel und Greifswald kam er 1964 an die Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, wechselte 1966 ans Deutsche Theater und 1974 ans Berliner Ensemble. Dort spielte er unter anderem in B.K. Tragelehns und Einar Schleefs herausfordernden Inszenierung von Strindbergs "Fräulein Julie" (1975). 1977 kehrte er an die Volksbühne zurück. Nach Gastspielen in Hamburg und Bochum verließ er 1983 die DDR. Es folgten Engagements am Residenztheater München sowie den Schauspielhäusern in Frankfurt am Main, Köln, Bochum, Zürich und Mannheim. Nach dem Fall der Mauer kehrte er nach Berlin zurück und spielte am Deutschen Theater, seit 2006 war er erneut Mitglied des Berliner Ensembles. Jürgen Holtz arbeitete mit Regisseuren wie Adolf Dresen, Benno Besson, Einar Schleef, B. K. Tragelehn, Thomas Langhoff, Manfred Karge, Matthias Langhoff, Heiner Müller, Claus Peymann, Robert Wilson u.a. Daneben war er auch regelmäßig in Film und Fernsehen zu sehen, etwa in "Berlin - Ecke Schönhauser" (1957), "Die Reporter: Der Terrorist/Die braune Front" (1992, ausgezeichnet mit dem Adolf-Grimme-Preis), "Motzki" (1993) oder "Made in Israel" (2001). Jürgen Holtz wurde 1993 für "Katarakt" von Rainald Goetz als Schauspieler des Jahres geehrt und erhielt 1993 den Gertrud-Eysoldt-Ring, 2004 den Hessischen Kulturpreis, 2013 den Theaterpreis Berlin und 2014 den Konrad-Wolf-Preis. Zum 1. Todestag von Jürgen Holtz. Klaudia Ruschkowski, geb. 1959, Dramaturgin, Autorin, Übersetzerin und Kuratorin. Weitere Hörspiele für Deutschlandfunk Kultur unter anderem "Schiff im Sturm Berg Mond Meer ganz und gar schwerelos" (DKultur 2008), "Im Bild versinken" (2011) sowie Konzept und Textbearbeitung für "Arabische Apokalypse" (DKultur/HR 2013) von Etel Adnan. Theatertier, das ich bin

Sonntag 19:04 Uhr WDR3

WDR 3 Hörspiel

Schwindel Von Mariana Leky Junge Großstadtnerds und die Liebe Komposition: Mario Schneider Matilda: Margerita Breitkreiz Linn: Nina Weniger Sylvester: Wanja Mues Herr Mohn: Herbert Meurer Therapeutin: Nina Hoger Praktikant / Anrufbeantworter: Arne Hoffmann Junge / Kind: Philipp Fuchs Psychiater / Therapeut / Apotheker: Achim Hall Männerstimme / Joss / Anrufbeantworter / Anheizer: Frank Maier Passantinnen / Sprechstundenhilfe / Anrufbeantworter: Nicole Unger Passanten / Schuhmacher / Stimmen: Josef Quadflieg Reisekauffrau / Sprechstundenhilfe / Schießbudenbesitzerin / Stimmen: Elsie Nabu Friseur: Klaus Wirbitzky Regie: Klaus Wirbitzky Produktion: WDR 2005

Sonntag 19:05 Uhr Ö1

Contra - Kabarett und Kleinkunst

Josef Hader: Hader on Ice Gestaltung: Elisabeth Stratka Sein Solo "Privat" haben rund 500.000 Menschen gesehen - es ist somit das erfolgreichste Kabarettprogramm Österreichs. Und sein Best-Of-Programm "Hader spielt Hader" hat der heimische Großmeister der Satire seit 1997 in den unterschiedlichsten Varianten aufgeführt. Zudem war er als Schauspieler in diversen Filmrollen zu erleben und gab 2017 mit "Wilde Maus" sein erfolgreiches Debüt als Filmregisseur. Nun bringt Josef Hader mit "Hader on Ice" ein brandneues Kabarett-Programm auf die Bühne. "Der Titel ist sehr bewusst gewählt. Er signalisiert fröhliche Familienunterhaltung, bunte Kostüme und eine unbeschwerte Show. Das alles kann ich garantieren, allerdings werde ich nicht Eislaufen dabei", lässt Hader sein Publikum wissen. Er werde einfach erzählen, was ihm so einfällt und sich dabei an die üblichen Regeln der Kleinkunst halten: "Es geht vor allem um mich. Ich werde über zwei Stunden auf der Bühne sein, nahezu immer im Licht und ziemlich viel reden. Sonst darf niemand mitmachen. Alle anderen müssen im Dunkeln sitzen und zuschauen."

Sonntag 20:04 Uhr WDR5

Dok 5 - Das Feature

Flug MH 17 Russische Recherchen gegen russische Propaganda Von Jürgen Buch Produktion: WDR 2021

Sonntag 20:05 Uhr Deutschlandfunk

Freistil

Von Menschen und Raben Betrachtungen aus der Vogelperspektive Von Ulrike Klausmann Regie: Susanne Krings Produktion: Deutschlandfunk 2018 In der nordischen Mythologie trägt der Göttervater Odin zwei Raben auf seinen Schultern. Hugin, der Gedanke, und Munin, die Erinnerung. Sie fliegen zu den Menschen und berichten dem Gott, was die Erdbewohner umtreibt. Was würden sie ihm heute sagen? Vielleicht, dass sich das Verhältnis der Menschen zu den intelligentesten Vögeln unter der Sonne allmählich wandelt. Warum die Menschen in Europa die Raben so lange verteufelt haben, während sie in Asien und Amerika schon immer verehrt wurden. Und warum heute immer mehr Rabenkrähen in die Städte ziehen und dort statt Paaren wehrhafte Trios bilden. Menschen und Raben hatten schon immer eine besondere Verbindung. Im Alltag, in der Entwicklung, in der Mythologie und in der Literatur. In Grimms Märchen, Fontanes und Poes Gedichten oder in Preußlers "Krabat". Von Menschen und Raben

Sonntag 21:05 Uhr Bayern 2

radioFeature

Ein Feature über Baumleichen, Klimawandel und zerstrittene Experten Von Max Lebsanft BR 2020. 2021 hat es bisher mehr geregnet als in den letzten Jahren, aber auch dieses Jahr ist trockener als der Durchschnitt und das Niederschlagsdefizit aus den letzten Jahren wirkt nach. Im Nationalpark Harz steht 2020 Baumleiche neben Baumleiche. Buchen verdursten, Zweige und Triebe sterben ab, Käfer und Pilze fallen über die geschwächten Bäume her. Der Klimawandel setzt dem deutschen Wald zu. Mehr als 110.000 Hektar Wald sollen in Deutschland bereits abgestorben sein. Fachleute suchen händeringend nach Lösungen. Im Harz und anderswo kämpfen Naturschützer gegen jene, die den Wald vorrangig ökonomisch nutzen wollen. Sie beharren darauf, in die Schutzzone des Parks nicht einzugreifen. Ihr Argument: Die Natur könne sich selbst am wirksamsten gegen den Klimawandel schützen. Förster warnen dagegen vor dem Borkenkäfer, der vor den Grenzen des Parks nicht haltmache und für verheerende Zerstörung in den umliegenden Nutzwäldern sorge. Viel Geld ist im Spiel. Eine halbe Milliarde Euro will Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner kurzfristig in den Waldschutz stecken. Die Frage ist: Wer bekommt das Geld - und wofür? Manche Forstverbände wollen damit flächendeckend Baumarten aus Nordamerika oder Asien in Deutschland pflanzen, die vermeintlich besser mit Hitze und Trockenheit umgehen können. Für Artenschützer ein Experiment mit ungewissem Ausgang, viele befürchten eine ökologische Katastrophe. Ist der deutsche Wald noch zu retten? Und wenn ja, wie? Eine Spurensuche aus dem letzten Jahr, die auch heuer aktuell ist.

Sonntag 22:00 Uhr HR2

Hörspiel | Der gute Gott von Manhattan

Hörspielpreis der Kriegsblinden 1959 für Ingeborg Bachmann Eine Gerichtsverhandlung: Der gute Gott von Manhattan, mythischer Herr des Wolkenkratzerviertels ist angeklagt, die 23-jährige Studentin Jennifer umgebracht zu haben. Zu klären sind die Motive, zu klären ist, ob die Weltordnung, die auf festen Konventionen beruht, von der Liebe zwischen zwei Menschen bedroht wird.

Sonntag 23:00 Uhr rbb Kultur

LATE NIGHT JAZZ

Mit Wolf Kampmann Jazzland Polen Polen gehört nicht erst seit heute zu den Ländern mit der stärksten Jazz-Identität in Europa, sondern schon seit genau 99 Jahren. Die in den 1960er Jahren begründete Reihe Polish Jazz ist heute eine der langjährigsten Jazzplattenreihen der Welt, denn nach einer Unterbrechung durch die Wende wird sie in unserem Nachbarland inzwischen von einer großen internationalen Plattenfirma fortgesetzt. Neben bisher in Deutschland nicht erhältlichen Wiederauflagen polnischer Jazz-Pioniere wie Krzysztof Komeda, Tomasz Stanko, Michal Urbaniak und Zbigniew Namyslowski werden in der Reihe auch neue Exponenten des polnischen Jazz vorgestellt. In einer Edition des SWR kann man darüber hinaus auch den Coltrane auf der Geige genannten Zbigniew Seifert wiederentdecken, unter anderem im Duo mit Albert Mangelsdorff. bis 00:00 Uhr

Sonntag 23:00 Uhr Ö1

Ö1 Kunstsonntag: Radiokunst - Kunstradio

Die Tür in den Wäldern des österreichischen Schriftstellers und Radiokünstlers Peter Pessl (Übertragung in 5.1 Surround Sound) "Es gibt noch Klangschnee zu finden jenseits der Menschenwelt, der Welt aus Geld, die zu Nichts zerfällt. Das Nichts aber, merk´s dir, ist ein grausamer Gottkönig, der sammelt Schneeklang wie Brennholz, Eisregen, zischelnde Schlangen." Das Material für diese Wildnisreise für Schneeradio besteht aus einer Hand voll Aufnahmen in der wilderness, unter anderem von Peter Pessls Flugbienen, die er an allerletzten Spätherbsttagen machte, außerdem zu hören sind mittwinterliche vor- und nachsprachliche Stimmimprovisationen an den Quellen der südburgendländischen Strem, sowie aus wiederverwendetem, weltgewandtem Material aus ganz anderen, scheinbar weit entfernten Kontexten, die Pessl gerne "kontaminiertes Material" (von contaminare: "berühren, verschmelzen") nennt. Wie in seinen Gedichten und Prosaarbeiten verwendet der Künstler für dieses Wildnisstück die Methode der "verwischten Collage". Peter Pessl definiert diese Methode so: " ... um das Ziel in der verschneiten Ferne zu treffen, "da, Wind auf den Grashügeln!", hole ich weit ins Gegenteil des Gemeinten aus, "da, der Hase im Haselgraben!"

Sonntag 23:03 Uhr SWR2

SWR2 Musikpassagen

Der talentierte Mr. Sidran Von Luigi Lauer Der Amerikaner Ben Sidran ist Jazz- und Rockmusiker, Journalist, Musikwissenschaftler und Produzent in Personalunion. Für die Rolling Stones hat er gearbeitet, für Dizzy Gillespie oder Bobby McFerrin. Das 77-jährige Multitalent schreibt für Musikmagazine wie Billboard und Rolling Stone. Seine Dissertation "Black Talk" ist längst ein Standardwerk über afroamerikanische Musik in den USA. Sidran, selbst Jude, hat zudem eine historische Bestandsaufnahme jüdischer Musik in den USA verfasst. Auch seine Solo-Alben sind gerne mal monothematisch, etwa über die Bedeutung der Hipster für den Jazz. Der talentierte Mr. Sidran - eine schillernde Persönlichkeit, die völlig ohne schillern auskommt.

Sonntag 23:05 Uhr BR-Klassik

Musik der Welt

Die Natur der Traurigkeit Amália Rodrigues, die große Stimme des Fado Von Florian Heurich Durch sie wurde eine Volksmusik zur Kunst, ein Gesang der einfachen Bevölkerung gesellschaftsfähig. Eine Musik des zwielichtigen Milieus kam auf die große Bühne. Amália Rodrigues machte den Klang Portugals international bekannt, und der Fado erlebte ab den 1950er Jahren seinen großen Aufschwung. Ihrerzeit war sie eine Revolutionärin dieser Musik, heute ist sie eine Klassikerin, und ihre Lieder werden von allen Fadistas gesungen. Amália machte aus der Musik, die in den Lissaboner Armenvierteln entstanden war, eine ausgefeilte Kunstform. Wichtige portugiesische Dichter schrieben Texte für sie. Sie verband das Populäre mit dem Intellektuellen. Da sie selbst aus einfachen Verhältnissen stammte, konnte sie mit ihrer ausdrucksstarken, unverwechselbaren Stimme die Essenz des Fado mit seiner Mischung aus Weltschmerz und Lebenslust zum Ausdruck bringen, wie keine zweite. Florian Heurich zeichnet das Porträt dieser Grande Dame des Fado, die den Weg geebnet hat für alle nachfolgenden Generationen.

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